Kennen Sie das: Sie müssen eine wirklich richtig wichtige Aufgabe erledigen und dann überfällt Sie der Gedanke, daß Sie unbedingt die Waschmaschine stopfen sollten. Oder den Schrank aufräumen. Die wichtige Aufgabe tritt in den Hintergrund, nach dem Motto: „Das mache ich gleich/dann …“.

​Aufschieberitis nennt es der Volksmund. Die Wissenschaft hat selbstverständlich ein viel gewichtigeres Wort dafür: Prokrastination , das kommt aus dem Lateinischen, der Ursprung ist das Verb procrastinare und bedeutet vertagen. (Das mußte ich einfach tun 🙂 ).

​Wenn Sie Abends feststellen, daß der Tag schon wieder vorbei ist, ohne daß die Steuererklärung erledigt ist, die Prüfungsvorbereitung läuft oder was auch immer Ihre Aufgabe gewesen wäre, dann sind Sie ziemlich sicher vom Virus der Prokrastination infiziert.

​Wer prokrastiniert, der schiebt wichtige Aufgaben vor sich her und erledigt stattdessen eher unwichtige, kleinere Sachen,die auch nicht so zeitkritisch sind.
​Was sich in leichten Fällen wie ein „Null-Bock Gefühl“ zeigt, kann in schwereren Fällen zu einer Arbeitsstörung auswachsen, die den Betroffenen echte Schwierigkeiten bereiten kann.

Wir schaden uns selbst. Warum also tun wir das?

Forscher der Wilhelms- Universität Münster  haben sich des Themas angenommen. Ihre Studie ergab, dass Studenten, die an „Aufschieberitis“ leiden, am Ende des Semesters mehr Stress hatten als ihre Kommilitonen, außerdem häufiger erkrankten und schlechtere Noten hatten. Durch das konsequente  Aufschieben werden schlechtere Leistungen erbracht und  sogar das eigene Wohlbefinden verschlechtert sind merklich.

In der Sozialforschung wird die Arbeitsstörung häufig mit anderen Versagenserscheinungen gleichgesetzt, die die Selbstregulation betreffen, wie z.B. Spielsucht, Ernährungsstörungen usw. Damit grenzen die Forscher die Prokratination ganz bewusst von denen ab, die mit der Störung nur so etwas wie Faulheit oder einfach nur schlechtes Zeitmanagement verbinden. Für Betroffenen ist es eine Macht, die sie von dem abschließenden Erledigen einer wichtigen Aufgabe abhält.

Tim Urban nennt sich selber einen Meister Prokrastinator. Es ist Experte für das Thema Aufschieberitis, wenn Sie des Englischen mächtig sind, schauen Sie doch mal auf seinen Blog „Wait but Why“ („Warten aber Warum“). Er beschreibt diese Macht, gegen die er sich nicht zu wehren vermag, in etwa so:

„Es ist ganz einfach: Wenn jemand prokrastiniert, sag ihm er soll aufhören. Und wenn du schon dabei bist, sag einem Übergewichtigen auch gleich er soll aufhören zuviel zu essen, einem Depressiven er soll aufhören apathisch zu sein und wenn du einen gestrandeten Wal siehst, sag ihm er soll sich besser nicht außerhalb des Ozeans aufhalten.“

Wissenschaftlicher beschreibt es Timothy Pychyl, der das Thema an der Carleton University in Ottawa erforscht. Er sieht eine Ursache dann, wenn Menschen Angst vor der wichtigen Aufgabe haben. Um dieses negative Gefühl loszuwerden, prokrastinieren Menschen. Sie chatten auf Facebook oder lenken sich anderweitig ab.

Das lässt sie sich vorübergehend besser fühlen, denn wichtig ist in dem Moment das schnelle Erleben eines Erfolges. Aber leider kommt die Realität immer zurück. Meistens in Form einer Frist, die eingehalten werden muss. Diese Frist verstärkt das Aufschieben wieder nur, kombiniert mit extremen Scham -und Schuldgefühlen. Ein Teufelskreislauf, aus dem viele nicht auszubrechen können.

In der Forschung ist man sich einig, dass das Aufschieben mit dem direkten Belohnen zusammenhängt. Die Belohnung erzeugt ein sofortiges, gutes Gefühl und verdrängt das schlechte Gewissen, jetzt eigentlich etwas Wichtiges erledigen zu müssen. Der typische Aufschieber konzentriert sich viel lieber auf das sofortige positive Erlebnis anstatt auf langfristige, anspruchsvolle Ziele hinzuarbeiten.

Abhilfe verschaffen ein paar einfache Tricks:

  1. Vergeben Sie sich die vertrödelte Zeit und starten Sie neu durch: Eine Studie hat ergeben, daß genau das die Produktivität in Schwung bringt. Statt der verlorenen Zeit des Aufschiebens nachzutrauern booten Sie neu und starten Sie einen neuen Anlauf.
  2. Wenn Sie aufschieben – dann tun Sie es mit Genuß. Genau, genießen Sie die Zeit, die Sie sowieso nicht mit dem einen wichtigen Projekt verbringen. Und steigen Sie danach (wieder) mit Power in die Umsetzung.
  3. Setzen Sie sich kurze, schnell erreichbare Zwischenziele. Die gesamte Steuererklärung ist eine Mammutaufgabe, die Ihnen schon bei dem Gedanken daran die Laune verdirbt? Aber die Tankbelege zusammensuchen ist machbar. Und danach die Quittungen für Fortbildung. Und so weiter …

Und denken Sie daran: Sie sind nicht allein. Nach den Studien der Wissenschaftler sind Menschen aus allen Bereichen unserer Gesellschaft betroffen. Übrigens nicht erst seit heute: Schon Johann W. von Goethe skandierte:

Erfolg hat drei Buchstaben: T U N

Starten Sie mit dem ersten Schritt. Allein, mit Freunden oder in einer Mastermind-Gruppe.

Oder aktivieren Sie den Turbo für Ihre Zielerreichung mit einem persönlichen Coaching und springen Sie raus aus Ihrer Flohkiste.

Was ist Ihr Zielbereich? Beruflicher Erfolg, gute Beziehungen, erfolgreiches Abnehmen? Buchen Sie sich gleich hier Ihren Persönlichen Coaching Termin und kommen Sie schnell an Ihr individuelles Ziel.

Ich wünsche Ihnen viel Freunde und einen durchschlagenden Erfolg!

 

 

Aufschieberitis – ultimative Tipps gegen Prokrastination
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