Depression im Sommer, das war früher in meiner Praxis eher die Ausnahme bei neuen Patienten. Heute steigt die Anzahl der Patienten, die unter dieser psychischen Erkrankung leiden Jahr für Jahr an. In Deutschland sollen inzwischen 4 Millionen Menschen betroffen sein, die Dunkelziffer on top.

Von einer Depression spricht man, wenn (entsprechend der internationalen Richtlinien ICD10) folgende Symptome auftreten:

  1. Fast ununterbrochene depressive Stimmung in starkem Ausmaß, die nicht von außen beeinflussbar ist und mindestens zwei Wochen anhält
  2. Verlust von Freude und Interessen
  3. Antriebslosigkeit oder Müdigkeit

Die Patienten fühlen sich niedergeschlagen oder gefühllos, leer, können weder Freude noch ein anderes Gefühl wirklich erleben. Schöne Erlebnisse oder Ereignisse helfen nicht.

Und wäre das nicht genug, treten auch noch körperliche Symptome auf:

  1. Herz- Kreislaufbeschwerden
  2. Appetitlosigkeit oder -steigerung
  3. Magen- Darmprobleme
  4. Kopf- und/oderRückenschmerzen
  5. Schlafstörungen und anders mehr

Oft schleicht sich die Depression ein. Und wie alle chronischen Erkrankungen hat auch die Depression nicht nur eine einzige Ursache. Ein wichtiger, oft vernachlässigter Faktor ist unsere Ernährung.

Mit unserer täglichen Nahrung nehmen wir Vitamine und Mineralstoffe auf, die unser Körper für ein gesundes und reibungsloses Funktionieren benötigt. Verweigern wir ihm diese Bausteine, ist er nicht mehr in der Lage, alle notwendigen Steuerungselemente herzustellen. Zum Beispiel Glückshormone.

Industriell erarbeitete Nahrungsmittel, Fertigprodukte und Fast Food enthalten keine oder kaum Vitamine und Mineralstoffe. Dieser Mangel macht sich in unserer Psyche bemerkbar und beeinflusst unsere emotionale Stimmungslage, was sich in Form von Müdigkeit, Trägheit, Gereiztheit zeigt. Und schließlich in der Depression.

Mineralien als Quelle des Glücks

Frisches Gemüse enthält große Mengen an Vitaminen und Mineralien. Je nach Gemüse- oder Obstart sind die Inhaltstoffe unterschiedlich, deshalb ist es wichtig, unterschiedlichste Sorten zu genießen. Dunkelgrünes Gemüse ist übrigens für Menschen mit depressiver Tendenz ein Muß. Grüner Spargel, Spinat, Mangold und Brokkoli zum Beispiel.

Calcium

Die optimale Kommunikation zwischen den  Nervenzellen ist eine wichtige Voraussetzung für den den Kampf gegen die Depression. Calcium ist hierfür ein tragendes Element. Aussderdem sorgt Calcium für die Aufrechterhaltung eines ausreichend hohen Spiegels an Serotonin, unserem Wohlfühl-Hormon. Calcium ist lecker verpackt in Früchten wieOrangen, Kiwi, Melonen, Bananen und Erdbeeren. Und in Gemüse wie z. B. Spinat, Erbsen, Spargel und Kohl. Und in verschiedenen Samen wie Sesamsamen, Sonnnenblumen- und Kürbiskerne und Nüssen.

Magnesium

Nicht nur ein Muskelkrampf zeigt dem Sportler einen Hinweis auf Magnesiummangel. Auch wer unter Stress steht, hat einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Manche Antibabypillen sind wahre Magnesiumräuber. Magnesium wirkt auf die Synapsen der Nervdirectory-466935_1280enzellen ähnlich wie verschreibungspflichtige Antidepressiva, Patienten mit einer depressiven Verstimmung haben einen erhöhten Bedarf. Es gibt viele Gründe für Magnesiummangel, deshalb ist es wichtig, konstant auf einen ausreichenden Magnesiumspiegel zu achten. Eine gute Quelle sind Nüsse, Kiwis, Feigen, Äpfel, Bananen, Tomaten, Kürbis, Mais, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Knoblauch, Weizenkeime, Vollkornprodukte und Eier.

Oft reicht das nicht aus. Dann gönnen Sie sich doch ein regelmäßiges Bad oder Fußbad mit einer großen Tasse Magnesiumchlorid im Wasser. Ihr Körper nimmt das Magnesium über die Haut auf und Sie fühlen sich mit einem ausreichenden Magnesiumspiegel  sehr schnell fröhlicher, energiegeladener und leistungsstärker.

Kalium

Wie Magnesium auch gehört Kalium zu den sogenannten „Salzen des Lebens“. Eine Über- oder Unterversorgung wirkt auf die Psyche. Bei einem Kaliummangel besteht die Neigung zu Pessimismus und zu depressiven Verstimmungen. Das Gefühl, „ausgebrannt“ zu sein; der burn-out ist zum Großteil die „moderne“ Bezeichnung für eine Depression. Der Verlust an Spannkraft, an Vitalität und Lebensfreude sind deutliche psychische Anzeichen eines Kaliummangels.

Während Magnesium leicht und unkompliziert durch ein Magnesiumbad zugeführt werden kann, sollten Sie Kalium nur nach Vorgabe Ihres Arztes oder Ihrer Heilpraktikerin substituieren.

Omega-3-Fettsäuren

erhöhen wie Calcium unseren Serotonin-Spiegel und können so Depressionen lindern. Sie sind reichlich enthalten in Leinöl und in dem vegetarischen DHA-Algenöl.

Safran Extrakt

Safran macht nicht nur den „Kuchen gel“, also fröhlich sonnengelb. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Safran Extrakt darüber zur Anregung des Blutkreislaufs, als Muntermacher und als Aphrodisiakum eingesetzt, und in der traditionellen Medizin Persiens ist Safran speziell wegen seiner antidepressiven Wirkung beliebt.

Und jetzt hat auch die westliche Medizin ein Auge auf den Safran  geworfen. Als Nahrungsergänzung eingenommen kann Safran Extrakt den Serotoninspiegel zu erhöhen. In Studien hat sich erwiesen, dass Safranextrakt (2 x 15 mg/Tag) nach 6 Wochen ähnliche Wirkungen zeigte wie Fluoxetin, ein sehr häufig verordnetes Antidepressivum.

In einer weiteren Studie wurde die Wirkungsweise von Safran-Extrakten mit der der Wirkstoffe Fluoxetin und Imipramin verglichen. Das sind zwei Wirkstoffe, die zu Wirkstoffgruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer gehören. Dabei fanden die Forscher heraus, dass die antidepressive Wirkung von Safran-Extrakt mit der der beiden Psychopharmaka vergleichbar ist. Übrigens: Dabei ist in diesem Zusammenhang hervorzuheben , dass es den Forschern noch nicht gelang, bei Safran-Extrakten unerwünschte Nebenwirkungen nachzuweisen.

Erwünschte Nebenwirkungen konnten aber schon gefunden werden. Man schreibt dem Safran Extrakt zu,  Sie beim Abnehmen zu unterstützen und zudem die Libido zu fördern.

Vitamin D

Ein Mangel an Vitamin D macht depressiv, diese Tatsache hat inzwischen auch die Schulmedizin erkannt. Das Sonnenvitamin D3 fehlt uns oft nicht nur in der dunklen Jahreszeit. Wer bereits mit einem Defizit in den Sommer gestartet ist und dann nicht die Möglichkeit hatte, täglich für eine ausreichende Zeit ohne Lichtschutzfaktor die Sonne auf der Haut zu genießen, der kann Vitamin D auch als Nahrungsergänzungsmittel zuführen.

Ein Mangel an den Antioxidantien Zink und Selen kann sich zusätzlich negativ auf unsere Stimmung auswirken.

Haben Sie den einen oder anderen Mangel bei sich identifizieren können? Die Liste der möglichen Defizite ist ebenso umfangreich wie individuell. Bei einer leicht angeschlagenen Stimmungslage ist der Ausgleich der mangelnden Mineralien oft selbst zu beheben.

Bei einer depressiven Verstimmung oder gar einer Depression sollten Sie allerdings unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen. Wenden Sie sich an einen spezialisierten Arzt oder Heilpraktiker in Ihrer Nähe.

Hilfe zum Thema Depression sowie eine individuelle Nährstoffberatung, die perfekt auf Ihren persönlichen Bedarf abgestimmt ist, finden Sie auch unter www.praxis-schlinger.de

Depression – Vitamine und Mineralien im Mangel
Markiert in:                                        

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.